Response to the Final Report:
BMZ - Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Wieczorek-Zeul begrüßt Bericht der Weltkommission "Staudammprojekte"
Press release
Große Staudammprojekte werden in Zukunft nur nach sorgfältiger Prüfung der Umwelt- und Sozialverträglichkeit genehmigt und finanziert. Diese Erwartung äußerte Bundesentwick-lungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul heute in Berlin vor Vertretern von Unternehmen, Banken, und Nichtregierungsorganisationen. Sie eröffnete ein zweitägiges Forum, das über Schlussfolgerungen aus dem Bericht einer Weltkommission "Staudammprojekte" (World Commission on Dams) berät, die einen Ausweg aus der seit Jahren anhaltenden Kontrover-se um Nutzen und Schaden großer Staudammvorhaben zeigen will.
Im vergangenen Jahr hatte ein internationales Gutachterteam im Auftrag des Bundesent-wicklungsministeriums erhebliche Mängel bei der Umsiedlung von Betroffenen des Stau-dammprojekts Maheshwar (Indien) festgestellt. Die Kontroverse führte schließlich dazu, dass die Firma Siemens ihren Antrag auf Hermes-Exportkreditgarantien für die Turbinenlieferung zurücknahm. Andere große Staudammprojekte, wie z.B. der Sardar-Sarovar-Damm in Indien und der Drei-Schluchten-Damm in China, haben zu erheblichen Konflikten zwischen Nichtre-gierungsorganisationen und der Weltbank geführt.
"Der Abschlussbericht der Kommission kann einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion über Staudamm-Großprojekte liefern", sagte die Bundesentwicklungsministerin. Wieczorek-Zeul begrüßte die Empfehlungen der Kommission und rief sowohl die Industrie wie auch die Nichtregierungsorganisationen dazu auf, sich auf Kriterien und Verfahren zu einigen, die die Sozial- und Umweltverträglichkeit sicherstellen und Entwicklungschancen für die betroffene Bevölkerung eröffnen. "Es wird immer auf die Einzelfallprüfung ankommen, ob die zu erwartenden Vorteile eines Projektes es wert sind, die negativen Folgen in Kauf zu nehmen", betonte sie.